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Feine Linienführung

Kunstschmiede Schrepfer aus Würzburg gewinnt den Deutschen Metallbaupreis 2021 in der Kategorie „Metallgestaltung“

 


Würzburg, 30. Oktober 2021

Der Deutsche Metallbaupreis 2021 in der Kategorie „Metallgestaltung“ geht an Erik Hofmann, Inhaber der Kunstschmiede Schrepfer in Würzburg. Sein handwerklich und künstlerisch herausragendes Projekt eines Tores mit Pforte zum Weinberg ist eine gelungene Synthese aus den örtlichen Gegebenheiten und den feinfühlig umgesetzten Kundenwünschen verbunden mit einer zeitgemäßen Gestaltung. Hier wurden die prägnanten Eigenschaften des Werkstoffs Stahl von der feinen kalligraphischen Linienführung bis zur Gestaltung der Drehpunktverankerungen hervorragend umgesetzt.

 


Die Aufgabe des Metallgestalters Erik Hofmann und seiner Mitarbeiter bestand in der Gestaltung, der Konstruktion, der Fertigung und Montage eines Einfahrtstores und zweier kleiner Pforten als Eingang zu einem Weinberg.

Der Gestaltungsprozess erfolgte in enger Abstimmung mit dem Kunden und unter Berücksichtigung seiner Ideen und Vorstellungen. Entscheidenden Einfluss auf den Entwurf hatte die Nähe zum Weinberg. Das Motiv der alten Weinbergstöcke und der „verknorzten“ Weinreben wurde dann sehr gelungen in den Entwurf des Tores und der Nebenpforten mit aufgenommen. Wichtig war auch der Gedanke des Kunden zur Erinnerung an seine verstorbene Tochter, die Andeutung der Silhouette eines liegenden Mädchens, sowie eines Denkers bei der Gestaltung zu berücksichtigen. Nach mehreren Entwürfen wurde entschieden, einen zweiten Mädchenkopf in die Pforte des Tores mit aufzunehmen. Schwierig war die Umsetzung auch deshalb, weil trotz der frei ausgeschmiedeten Füllungen die beiden Figuren noch gut zu erkennen sein sollten. Diese Anforderungen wurden mit besonderer Kreativität und gestalterischem Können umgesetzt.

 

Frei ausgeschmiedet

Das zweiflügelige 800 Millimeter hohe Einfahrtstor mit einer Gesamtbreite von 4.000 Millimeter ist mit einem kleineren Flügel mit einer Breite von 1.100 Millimeter als Eingangspforte ausgestattet. Um für die Gesamtgestaltung eine störende konventionelle starre Rahmenstruktur des Tores zu umgehen, wurde ein kräftiger, horizontal liegender geschmiedeter Flachstahl als Untergurt und Basis gewählt. Die Stabilität des Tores ergibt sich durch die Verflechtung der Ranken und Stäbe. Der Untergurt ist am Feuer so bearbeitet, dass in regelmäßigen Abständen Schlaufen entstehen, durch die die vertikal verlaufenden am oberen Ende angestauchten Füllstäbe gesteckt sind. Als weiteres gestalterisches Element ranken sich geschmiedete Profile durch die vertikalen Füllstäbe. Diese Ornamentik ist frei am Feuer ausgeschmiedet und in die Struktur des Tores eingeflochten.


Gestalterisch und konstruktiv besonders gelungen ist die Ausführung der oberen Drehpunktverankerungen in den Muschelkalkblöcken. Die Torbandkonstruktion wurde mit frei ausgeschmiedeten Rankbändern an dem Naturstein angeschlossen. In der Mitte des Tores sind die Initialen „G K“ in die Füllung eingebunden. Sowohl die Silhouetten als auch die Initialen bestechen durch ihre feine kalligraphische Linienführung.

 


Deutscher Metallbaupreis 2021

Bereits zum elften Mal verlieh das Magazin M&T Metallhandwerk und Technik aus der Rudolf Müller Mediengruppe in Köln den renommierten Deutschen Metallbaupreis für herausragende Objekte und Problemlösungen im Metallbau. Im Rahmen des Metallkongresses in Würzburg am 29. Oktober wurden die Gewinner in den sechs Kategorien „Fenster, Fassade, Wintergarten“, „Treppen und Geländer“, „Metallgestaltung“, „Türen, Tore, Zäune“, „Stahlkonstruktionen“ und „Sonderkonstruktionen“ bekanntgegeben und vor ihren Kollegen aus der Metallhandwerksbranche im Vogel Covention Center (VCC) geehrt.

Partner des Wettbewerbs

Partner des Deutschen Metallbaupreises 2021 sind die Unternehmen Assa Abloy, Dr. Hahn, ewm, Orgadata, Schollglas, Schüco, Signal Iduna, Trumpf, Würth und ZINQ. Ideeller Träger beider Wettbewerbe ist der Bundesverband Metall.



Begabung, Talent und Leidenschaft über drei Generationen -  90 Jahre Kunstschmiede Schrepfer

Als Handwerksbetrieb in Familienbesitz auf 90 Jahre Firmengeschichte zurück blicken zu können ist schon etwas Besonderes. Die Würzburger Kunstschmiede Schrepfer hat es geschafft. Aber natürlich nicht einfach so, sondern mit vielen Talenten, mit Begeisterung für traditionelle Arbeitsweisen, mit Gespür für Zeitgeist und vor allem mit Engagement über den beruflichen Tellerrand hinaus.

Schon bevor der 25jährige Schlossermeister Philipp Schrepfer Anfang Oktober 1931 in der Würzburger Herzogenstraße seine Werkstatt eröffnete, zeigte sich seine Leidenschaft und seine Begabung für den Beruf: Bester Absolvent der Berufsschule, jüngster und bester Absolvent der Meisterprüfung an der damaligen „Staatsschule für angewandte Kunst“ in Nürnberg – alles mit Auszeichnung.

Die Stationen seines Lebens haben Spuren in der Stadt und auch darüber hinaus hinterlassen: Es gibt eine Philipp-Schrepfer-Allee; einen Wikipedia-Eintrag über ihn, er hat sich in etlichen Ehrenämtern für das Schlosserhandwerk eingesetzt, war Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken und Mitglied des Bayerischen Senats; und für seine Verdienste um das Kunsthandwerk erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz. Seine kunsthandwerkliche Begabung war in Würzburg und weit darüber hinaus, auch international, bekannt und gefragt.


Als er 1978 starb, übernahm sein damals 41jähriger Schwiegersohn Werner Hofmann nicht nur einen Handwerksbetrieb, sondern erbte auch einen großen Namen dazu. Hofmann war gelernter Glaser und Kunstschmiedemeister. Auch er war ein äußerst begabter Kunsthandwerker und erhielt zahlreiche Preise für seine Werke. Und auch er hinterließ Spuren in der Stadt: Beispielsweise sein Meisterstück, die Gedenktafel für den Kunstschmied Johann Georg Oegg in der Kirche St. Peter und Paul, oder den Wirtshausausleger der Weinstube des Juliusspitals. Wie sein Schwiegervater engagierte er sich über den Beruf hinaus: Er arbeitete in verschiedenen Ausschüssen der Metall-Innung mit und die „Vereinigung Kunstschaffender Unterfrankens“ (VKU) oder die Hetzfelder Flößerzunft schätzten seine Mitgliedschaft.


Vier Jahre vor seinem Tod 2004 übergab er die Kunstschmiede an seinen damals 34jährigen Sohn Erik Hofmann. Überall in der Werkstatt in der Kroatengasse, seit 1956 Firmensitz, spürt man heute noch den Geist seiner Vorgänger. „Wir arbeiten teilweise immer noch mit Werkzeugen aus der Zeit meines Großvaters“, so Hofmann. Eine Bronze-Büste von seinem Großvater und Entwürfe seines Vaters an der Wand erinnern im Büro an die Vergangenheit. Die Gegenwart der Kunstschmiede Schrepfer ist - zeitgemäß - im Internet zu sehen. Erik Hofmann ist gelernter Kunstglaser und Metallbaumeister in der Fachrichtung Metallgestaltung, geprüfter Schweißfachmann sowie geprüfter Restaurator im Metallhandwerk. Auch er engagiert sich in der Metall-Innung, hinterlässt Spuren in der Region und darüber hinaus.


Das, was alle Handwerker-Generationen des Familienbetriebs verbindet und auch über die Grenzen der Stadt bekannt gemacht hat, sind die Restaurierungen einiger schmiedeeiserne Tore und Gitter der Residenz. „Wir arbeiten jetzt schon in der dritten Generation an den Toren“, erklärt Hofmann. Diese Tore und Gitter sind die wichtigsten Arbeiten von Johann Georg Oegg (1704 -1782), Hofschlosser und Kunstschmied und werden von mehreren Firmen restauriert. „Eine solche Restaurierung bedeutet, die Arbeitsweisen der damaligen Zeit soweit wie möglich nachzuempfinden. Hier lebt die Tradition dieses Handwerks weiter, gleichzeitig kann aus dieser Tradition heraus etwas Neues, Modernes entstehen“, beschreibt Erik Hofmann den Schaffensprozess, der die Kunstschmiede Schrepfer über 90 Jahre getragen hat.

Übrigens: Die Philipp-Schrepfer-Allee in Würzburg verbindet den Rennweger Ring mit dem Rennweg, und ist ganz in der Nähe des Oegg-Tors und des Oegg-Denkmals.

                                                                                                                                     Text: Ausma Salaws                                                                                                                                      Fotos: David Salaws




























APGyoung  - Das günstige Ticket für Schüler und Azubis aus dem Landkreis Würzburg

Nähere Infos unter:

https://www.apg-info.de/wissenswertes/fuer-schueler-azubis/apg-schuelerticket/index.html.









 "FOS/BOS-Schüler bekommen Tischkicker und Karrieretipps" auf www.mainpost.de:

https://www.mainpost.de/regional/main-spessart/FOS-BOS-Schueler-bekommen-Tischkicker-und-Karrieretipps;art129810,10149933


Praktischer Leistungswettbewerb 2018


Die Firma Kinkele GmbH & Co. KG in Ochsenfurt stellte beim diesjährigen Praktischen Leistungswettbewerb gleich zwei Sieger auf Kammerebene:

Mirco Bögelein, Technischer Produktdesigner und Johannes Thauer, Feinwerkmechaniker

Wir gratulieren den beiden und wünschen ihnen viel Glück und Erfolg beim Landeswettbewerb.


Unser Foto zeigt von links Edwin Gernert (Ausbilder Feinwerkmechaniker), Johannes Thauer, Mirco Bögelein, Andreas Eck (Ausbilder Technischer Produktdesigner) und Kammerpräsident Walter Heußlein.